
Blick vom Aussichtsplatz in La Morra.
Mal wieder ein Weinschank-Alleingang über die Alpen, vor zehn Jahren hatte es mir schon so gut im Piemont in Neive (Barbaresco DOCG) gefallen. Damals auch schon bei einem Ausflug das schöne und hochgelegene La Morra (Barolo DOCG) entdeckt und für einen weiteren Piemont-Besuch abgespeichert. Und dann stand ich wirklich auf dem wunderschönen Aussichtsplatz in La Morra, ein atemberaubender Blick über einen gigantischen Kessel, eine Weinkulturlandschaft (Langhe) wie eine Modelleisenbahnanlage, überall berühmte und weniger berühmte MGA mit weißen Wegen, darüber Dörfer und Burgen mit Türmchen, rechts unten das namensgebende Barolo der DOCG, ein Paradies für Weintrinker. Ich hatte zwei Wochen, um die Gegend zu erwandern und auf den Kopf zu stellen. Zwei Tage vor Abreise in den Urlaub war ich plötzlich nach 22 Monaten Leiden erstmals komplett schmerzfrei, die Implantats-Entfernung war die richtige Entscheidung, was sollte mich jetzt noch stoppen können? Zwei Wochen brannte die Sonne unerbittlich und es waren gefühlt bei sehr trockener Hitze immer über 32 Grad.

La Morra
Zum Glück hatte ich bei der Ferienwohnung nicht gespart, Langhe Luxus Loft mit Klimaanlage und Weinklimaschrank, dazu mit dem großartigen Weinladen „Vicino di Vino“ nette Nachbarn und auch ein numerisch tolles Angebot an Restaurants und Weinbars im Örtchen. Ich wollte eigentlich nur dekadent Barolos probieren, einen der drei großen Rotweine Italiens, aber die Temperaturen machten mir schwer zu schaffen und ich kam auf die Idee, erst einmal Favoriten im Schaum- und Weißweinsegment zu finden. Gigantische Auswahl bei den Nachbarn, und so ein Spaß den Weinklimaschrank zu füllen und dann zu verkosten, warum habe ich so einen Schrank nicht zu Hause? Scheint eine ideologische Sache zu sein.

Weinklimaschrank, Luxus Langhe Loft, La Morra
Gleich beim ersten Thema „Schaumwein“ aus dem Piemont gab es verblüffend viel Qualität beim Nachbarn zu erwerben und nur ganz wenige Ausfälle, ich wollte aber streng sieben und zu jeder Kategorie nur einen Sieger küren, außerhalb der hocheingeschätzten Alta Langa DOCG und aus dem Nachbarort von La Morra, Verduno, der prickelnde Vertreter des Weingutes Castello di Verduno aus 100% der autochthonen Rebsorte Pelaverga.

S-ciopét, Rosato dosaggio zero 2021, Vino spumante di Qualità, Castello di Verduno, Verduno
Kommt als Rosato mit überraschender Farbe ins Glas, schon eher strohgelb mit zartem rosa Einschlag, dazu mit sehr feiner Perlage, betörende Nase nach Pfirsich, Kirschen, Brioche, etwas Pfeffer und Andeutungen von Vanille und Olive, im Mund trocken, aber auch cremig, frische Säure, ausbalanciert und sehr elegant, lang anhaltend mit salzigem finish, mein großer Favorit außerhalb der Alta Langa! Köstlich!
Historisches Weingut und Schloss aus dem 16.und 18. Jahrhundert, diente im 19. Jahrhundert dem König Carlo Alberto von Sardinien-Piemont als Sommerresidenz. 1909 wurde das Ensemble an die Winzerfamilie Burlotto verkauft, die hier bis heute Weine im traditionellen Stil von 10 Hektar erzeugt und ein Hotel und Restaurant betreibt. Apropos Burlotto, bei meinem Besuch in Verduno wurde ich ganz nett vom Winzer Fabio Alessandria vom benachbarten Weingut Commandante G.B. Burlotto auf der Straße gegrüßt (kannte ihn noch von der ProWein in Düsseldorf). Aber ich will nicht vorgreifen, war ja gerade erst in La Morra angekommen.

Vineria Sociale, La Morra
Erste Weinbar in La Morra besucht, Vineria Sociale, draußen unter einer schattigen Pergola mittags natürlich keinen Platz bekommen, aber drinnen, ich war glücklich, ich konnte das Weinregal mit vielen bekannten und unbekannten Weinen in Ruhe mustern und die Gespräche und Bemerkungen der Gäste belauschen, die zum Zahlen von draußen an den Tresen im Laden kommen mussten. „Super, dass alle Flaschen durchnummeriert sind!“ Vielleicht auf den ersten Blick, aber auf den Flaschen standen weiß drauf gepinselt die Preise, das kannte ich schon von der tollen Salefino-Weinbar in Siena. Wegen der hohen Temperaturen entschied ich mich für Weißwein, ein Klassiker im Piemont ist die Rebsorte Arneis aus dem Roero, eine schöne Ecke, direkt vom Turm in Barbaresco hoch über dem Fluss Tanaro auf der anderen Seite zu sehen. Aber zurück nach La Morra in die Weinbar, es gab den Roero Arneis DOCG als Naturwein-Variante zum etwas rustikalen Essen, sehr spannend und für mich Premiere!

Roero Arneis 2025, „Brighéla“, Marco Pezzuto, Vezza d’Alba, Roero
Der Wein kam goldfarben ins Glas, etwas trüb, in der Nase Birne, Kamille, Kräuter und Mandel, im Mund zitrusfruchtig und Birne mit schön eingebundener Säure, harmonisch und süffig, Abgang mit mineralischer Note, ganz toller Naturwein!
Marco Pezzuto, eigentlich Imker, gründete sein Weingut erst 2017 und gehört zu der neuen jungen Winzergeneration im Roero, die sich der biologischen Bewirtschaftung im Weinberg und der „low intervention“ im Keller verschrieben haben. Er bewirtschaftet nur wenige Hektar, die Arneis-Rebstöcke stammen aus den Jahren 1950 und 1980, gepflanzt auf Kalksteinfläche. Roero DOCG ist ein großer Geheimtipp, scheinbar überstrahlt bei den Roten von Barbaresco und Barolo aus der Langhe, was die Gegend für einen Vergleich bei Nebbiolo-Rotwein so reizvoll macht und für viel Qualität rund um das Städtchen Canale sorgt, dazu dann den Weißwein-Platzhirsch Roero Arneis, konsequenterweise müsste meine nächste Piemont-Reise ins Roero gehen…

Abendlicher Blick von meiner Terrasse in La Morra, heiße Zeiten im Piemont!
Am nächsten Morgen dann eine Entscheidung treffen, ich kann und will wieder schmerzfrei wandern, aber wie heiß wird es? Ein kleines Zeitfenster von 7 bis 12:30 Uhr blieb übrig, um sich auszutoben. Also Cappuccino im Stamm-Cafe rein und ab! Vom Aussichtspunkt wirkte die Barolo DOCG wie ein riesiger Kessel mit Weinreben, beim Wandern ging es aber durch viele bewaldete Schluchten, dadurch auch schattiger und angenehmer als gedacht.

Abmarsch und Rückblick auf La Morra!
Es waren richtig steile Stellen zu meistern, zum Glück waren Seile gespannt, die bewaldeten Stellen verwunschen und richtig toll.

Im Trüffelwald.
Ich wollte nicht ganz tief Richtung Barolo absteigen, sondern blieb einigermaßen auf Höhe und wollte ins Dörfchen Vergne zur Mittagspause. Durchquert hatte ich schon die höchstgelegene MGA in der Barolo DOCG, „Serradenari“, etwa 530 Meter hoch gelegen und eine MGA (Einzellage, Cru) von 170, dazu kommen noch 11 zugelassene Ortsnamen, da hatte ich mir ja was vorgenommen! Hinter dem Wald ging es durch die MGA „Fossati“ und auch „Bricco delle Viole“ direkt an den Rebzeilen vorbei, wunderschöne Ecke, aber auch direkte Sonneneinstrahlung über längere Zeit und immer feinerer Kalkbodenstaub auf dem Weg.

Auf dem Weg nach Vergne, im Hintergrund die Seealpen.

Weißer Staub von ganz besonderen Böden!
Es wurde jetzt gefühlt minütlich heißer, die Sonne knallte unerbittlich, die letzten Meter die Ortsstraße runter schon richtige Qual, zum Glück hatte das Restaurant Buon Padre in Vergne auch wirklich geöffnet und klimatisierte Räume, ich durfte sogar eine halbe Stunde eher rein. Wunderschönes klassisches Restaurant mit nettem Service, traditionellen Gerichten und dicker Weinkarte, ich ging wieder auf Weißwein. Gavi DOCG aus der autochthonen Cortese-Rebsorte ganz im Südosten des Piemonts um Alessandria (ca. 1600 Hektar). Und da der Wein im Restaurant aus der Kernzone des Gebietes rund um das Dorf Gavi kommt, einem Weiler namens Nebbioli, darf der Wein sich sogar Gavi DOCG del Commune di Gavi nennen, kurz Gavi di Gavi (ca. 450 Hektar). Meinen letzten Gavi hatte ich blind in Marburg verkostet (und übrigens nicht erkannt!).

Meine Oase: Ristorante Buon Padre, Vergne
Mein Oasengetränk (neben viel Wasser):

Sori della Monaca 2024, Gavi del Commune di Gavi, Cascina delle Monache, Loc. Nebbioli, Gavi
Der Gavi di Gavi kam strohgelb mit goldenen Reflexen ins Glas, schöne florale Noten, reifer Apfel, Kräuter, ein Hauch Honig, im Mund salzige Frische, Zitrusfrüchte und Feuersteinnoten, dazu ein langer Abgang mit Mandelnote. Sehr klassisch und delikat, nächstes Mal erkenne ich einen Gavi blind.
Die Großeltern von Tiziano Arecco bewirtschafteten ein altes Bauerngehöft, das schon um 1900 in alten Katasterunterlagen zu finden war, damals ein Rast- und Zufluchtsort auf dem Weg zum Meer nach Ligurien.. Erst ab 1978 konzentrierte man sich voll auf den Weinbau mit der Rebsorte Cortese auf kalk- und sandhaltigen Böden, Vater Giovanni entwickelte die Cascina delle Monache hier weiter. Mittlerweile leitet der hochtalentierte Sohn und Winzer Tiziano das Weingut, man ist ein kleiner Familienbetrieb mit 4 Hektar.

Battuta im Buon Padre
Weil es so typisch und so besonders gut war, hier noch zwei highlights aus dem Buon Padre. Battuta (Tatar vom Fassona-Rind) und Tajarin di Maria. Es schrie nach Barolo, aber ich blieb aus Hitzegründen beim Weißwein. Mir wurde schnell klar, dass ich den Rückweg durch die Hitzehölle nicht zu Fuß schaffen würde und fragte nach einem Taxi. Die nette Servicekraft riet dringend davon ab und brachte mich selber mit ihrem Auto nach La Morra, noch einmal tausend Dank dafür, einfach eine tolle Aktion!

Tajarin di Maria im Buon Padre
Nach mehreren Einkäufen beim Nachbarn und einigen Aperitivglöckchen später, weitere Ergebnisse von der Verkostungsfront. Großartig, die Spumante aus der Alta Langa DOCG (sehr weit gefasste Denominazione mit vielen Überlappungen zu anderen DOCG) um den Ort Canelli zu verkosten, hier gab es kaum Ausfälle und für mich einen knapp gewinnenden Spitzenreiter.

„Luigi Coppo“ Pas Dosé, Spumante metodo classico, Alta Langa DOCG, Canelli, Piemont
Klassische Schaumwein-Cuvée aus 60% Pinot Nero und 40% Chardonnay, reifte 30 Monate auf der Hefe, helle strohgelbe Farbe mit grünlichen Reflexen, feine anhaltende Perlage, in der Nase Gebäck und Hefe, dazu weiße Blüten, Mandeln und fruchtige Anklänge vom grünen Apfel und Zitrone, im Mund frisch, schmelzig und weich, Zitrusfrüchte, etwas Würze, langer und sanfter feinfruchtiger Abgang, ein sehr schöner Alta Langa-Spumante!
Gegründet wurde das historische Weingut 1892 von Piero Coppo in Canelli. Konzentrierte man sich am Anfang noch auf den fruchtigen Moscato, erschloss man sich im Laufe der Jahrzehnte immer mehr know-how und Rebflächen, mittlerweile ist man bei ca. 52 Hektar und einer limitierten Produktion von 450 00o Flachen. Die beiden heutigen Besitzer, Luigi und Massimiliano Coppo wachen über ein großes Portfolio an Weinen und Schaumweinen und konnten sich 2014 darüber freuen, dass ihre riesigen und bis zu 40 Meter tiefen Keller von der UNESCO zum Weltkulturerbe aufgenommen wurden.

Alta Langa Rosé DOCG 2022, Luigi Einaudi, Dogliani
Und es gab auch einen Sieger in der Schaumwein Rosé Kategorie, auch wieder aus der Alta Langa DOCG, der Produzent ein geschichtsträchtiges Weingut aus der Langhe in Doligiani, eigentlich ein berühmter Dolcetto (Rotwein Rebsorte)-Erzeuger, aber wie viele Hersteller in den verschiedenen DOC und DOCG unterwegs. Die Flasche ebenfalls vom benachbarten Weinladen Vicino di vino in La Morra erworben und vor Ort verkostet, noch einmal großes Lob an das Sortiment und das Fachwissen der beiden netten Verkäufer.
Mit erst 23 Jahren gründete der visionäre Luigi Einaudi 1897 um Dogliani sein eigenes Weingut und baute 1915 einen eigenen Weinkeller und begann mit der Flaschenabfüllung. Mit den Gewinnen investierte er behutsam in den Kauf von Anteilen an besten Lagen in der Langhe. Was werden solche Visionäre dann? Luigi Einaudi wurde auf jeden Fall Präsident der Republik Italien von 1948 bis 1955), Enkelin Paola Einaudi investierte in den 80er Jahren noch mal intensiv ins Weingut und neue Rebflächen, Urenkel Matteo Sardagna produziert mittlerweile Weine aus vielen geschützten Anbaugebieten und Lagen, der Rosé-Schaumwein 2022 aus der Alta Langa DOCG ist wohl sein brandneues Projekt.
100% Pinot Nero, zartes Rosa, sehr feine und beständige Perlage, in der Nase rote Beeren, Grapefruit und Brotkruste, am Gaumen ausgewogen, mit frischer Säure, cremig und fruchtig, langer salzig-würziger Abgang. Hat mir ebenfalls gut gefallen, Alta Langa DOCG eine echte Alternative zu anderen italienischen Schaumwein-Spitzenprodukten.

Die berühmten Plantagen der Piemont-Kirsche?
Bei einer Wanderung zum Örtchen Barolo ging mir endlich ein Licht auf, diese ganze Geschichte aus meiner Jugend um die Piemont-Kirsche und die Einkäuferin Claudia Bertani von der Werbung und der Firma Ferrero aus Alba frei erfunden, im Piemont gibt es nur Haselnuss-Plantagen, der Schock sass tief! Damals kamen die Kirschen für das alkoholbrandige Pralinchen wohl aus dem Schwarzwald und Claudia Bertani reimt sich auch nicht auf La Morra, dafür aber Laura Wontorra! In Barolo angekommen, sah ich ein Zeichen, hatte bei den Nachbarn von Vicino di Vino in La Morra noch Unmengen an Arneis (Weißwein-Rebsorte) zur Vergleichsprobe gekauft und im Klimaschrank liegen, kostbare Zeit musste durch eine Taxifahrt eingespart werden, Fahrten aus der „drunken zone“ Barolo sind unglaublich teuer, Passagiere werden durch Barolo-Genuss in der Mittagshitze als eh total besoffen und leicht ausnehmbar eingeschätzt, dabei war ich völlig nüchtern, das tat weh, konnte mal wieder nicht hören, ich wurde gewarnt!

Ein Zeichen in Barolo!
Schöne Auswahl von Arneis aus der berühmten Roero Arneis DOCG, perfekt temperiert aus dem Weinklimaschrank und harte Arbeit in meinem Langhe Loft, beeindruckendes Niveau, trotzdem für mich ein Sieger! Später fand ich den Namen des Weingutes sogar noch unterhalb der Aussichtsterrasse in La Morra, dort macht Malvirà einen Barolo aus der MGA „Boiolo“.

Roero Arneis 2024, Weingut Malvirà, Canale, Roero
Helles Strohgelb, in der Nase Zitrus, Pfirsich, Kräuter und Blüten, am Gaumen wieder Zitrusnoten, auch Birne, ausgewogen und schmelzig, frische Säure, feine mineralische Noten, fruchtig harmonischer Abgang. Ein echter Schmeichler, hat mir sehr gut gefallen!
1974 von Giuseppe Damonte mit 2,5 Hektar Rebfläche und einem Weinkeller in einem speziellen Gebäude gegründet. Das Haus wurde im Dorf Canova bei Canale wegen baulicher Besonderheiten nur „das Verdrehte“ genannt, im piemontesischen Dialekt „Malvirà“. Der Name des Weingutes stand fest. Im Laufe der Jahrzehnte wurden kontinuierlich Rebflächen von aufgebenden Winzern hinzugekauft, so dass man heute 43 Hektar bewirtschaftet und sieben Familienmitglieder im Betrieb mitarbeiten können. 2003 wurde die schöne Villa Tiboldi für touristische Zwecke eröffnet, seit 2014 werden alle Rebflächen biologisch bearbeitet.

Langhe Arneis 2024 DOC, „Früstacadreghe“, Pelacuse
Auch ausserhalb vom Roero kann Arneis natürlich angebaut werden, aber warum sollten es z.B. die Winzer in der Langhe mit ihren sündhaft teuren und wertvollen Weinbergen tun?, durchschnittlich kostet z.B. ein Hektar in der Barolo DOCG 2 Millionen Euro. Laut Info eines Verkäufers von „Vicino di Vino“ kommt der Druck von den mächtigen Einkaufsgruppen von Übersee, sie verlangen ein möglichst breites Sortiment und fragen besonders auch nach Weißwein, kann das Weingut den Wünschen nicht nachkommen, wendet man sich gerne an das Nachbarweingut. Diese Entwicklung führt zu ganz interessanten und krassen Entwicklungen, die beim nächsten Wein beschrieben werden. Pelacuse wohl ein Miniprojekt von Freunden der Weinhändler „Vicino di Vino“ und mit kleiner Produktion ganz weit weg von allem Wein-Monopoly, habe den Wein zwei mal probiert und als sehr gut befunden. „Früstacadreghe“ kommt aus dem piemontesischen Dialekt und heißt so viel wie „Stühleverbraucher“, Faulpelz oder Herumtreiber, der seine Zeit lieber mit Müßiggang in Weinbistros und Restaurants verbringt, anstatt zu arbeiten. Eigentlich genau mein Ding im Urlaub, für die Weinmacher nur ein ironischer Spaß, bei den kalkigen Steillagen wird den Winzern alles abverlangt.
Strohgelbe Farbe, in der Nase Birne, Aprikose und Kamille, am Gaumen weich und rund, moderate Säure, sehr ausgewogen und süffig, feinfruchtiger Abgang mit Mandelnote. Fand ich auch sehr klassisch und typisch.

Alles da: Enoteca in Barolo.
Nur Timorasso nicht:

Timorasso „Caespes“ 2023, Terre di Libarna, Colli di Tortonesi DOC, Ezio Poggio, Vignole Borbera, Val Borbera
Und jetzt noch zu einer Rebsorte aus dem östlichen Piemont um Tortona (piemontesisch Derthona) namens Timorasso. Arneis war zeitweise im Anbau stark rückläufig, aber Timorasso drohte sogar ganz zu verschwinden. Es gab Zeiten, da interessierte sich niemand mehr für die historische und autochthone Rebsorte, die Winzer verzweifelten und hauten die Rebstöcke raus und versuchten, mit Roten zu überleben. Mittlerweile hat sich die Situation völlig geändert, die Rebsorte Timorasso ist gerettet und legt jedes Jahr an Anbaufläche zu. Wie konnte das geschehen? Einige Barolo-Barone aus der Langhe im Westen haben es zu ansehnlichen Vermögen gebracht und sind gerade bei der Weißwein-Produktion durch Nachfrage aus Übersee extrem investierfreudig. So schickte man eine Expertengruppe nach Tortona, um die Qualität der Rebsorte zu prüfen. Nach Verkostung vieler Weine und Gesprächen mit Qualitätsfanatikern wie Winzer Walter Massa, der glücklicherweise eisern an der Rebsorte festgehalten hatte, gab man grünes Licht, aus Timorasso ließen sich sehr besondere, lagerfähige und spannende Weißweine erzeugen. Seitdem wird stark investiert, immer mehr große Namen steigen in die Timorasso-Produktion zur Weißwein-Sortimentserweiterung ein, dementsprechend groß war auch das Angebot bei meinen Nachbarn „Vicino di Vino“ in La Morra. Die Rebsorte Timorasso ist wirklich besonders, allerdings sollte man nicht mit Übertreibungen glänzen, mir reichen Andeutungen, und ich hatte bei vielen Weinen das Gefühl, da wäre Holz im Spiel, obwohl die Weine traditionell im Stahltank ausgebaut werden.
Nach einigen Verkostungen habe ich mich für einen Timorasso aus einer historischen Unterzone entschieden, Terre di Libarna, zwei hochgelegene Seitentäler aus den Hügeln um Tortona, Colli Tortonesi DOC, Ezio Poggio hier wohl auch der führende Erzeuger im Val Borbera. 1993 gegründetes Weingut mit 50 jähriger Vorgeschichte im Weinbau, 6 Hektar Rebfläche auf 400 bis 500 Meter Höhe.
Funkelndes helles Strohgelb mit grünen Reflexen, in der Nase Apfel, Birne, Limette, etwas Holunder und Honig, dazu Mineralität, im Mund fruchtig, frisch und harmonisch, feine Salzigkeit trifft auf eine Spur Vanille, saftiger Abgang mit einer anhaltenden Würznote. Probierenswerter Wein, passt meiner Meinung zu Meeresfrüchten, cremigen Risottos oder kräftigem Käse.

Verkosten in La Morra, wenn die Sterne funkeln?
Nachts auf dem Aussichtsplatz hoch oben in La Morra stehen und Barolo verkosten?, hatte ich mal kurz dran gedacht, die eigentliche gute Idee aber wieder verworfen, auf jeden Fall wollte ich nun in meiner Resturlaubszeit gezielt Barolo verkosten. Die Restaurants und Weinbars waren klimatisiert und es gab den Barolo dank Coravin-System glasweise und wohl temperiert. In der urigen und lauten Osteria More e Macine bekam ich schon mal die Info, dass Jahrgang 2020 sehr zugänglich (ähnlich wie 2011) und 2021 ein Superjahrgang mit langem Lagerpotential wäre. Die Osteria auf drei Ebenen und ganz unten die Ortsmetzgerei als Nachbar, das Fleisch kam also direkt von unten in die Küche. Preise für ein Glas Barolo locker über 20 Euro, aber bittschön, nun ging es los!

Osteria More e Macine, La Morra
Bestellt habe ich mir einen Barolo Maranca 2021 von Luigi Pira, die MGA Marenca ganz auf der anderen Seite des Kessels bei Serralunga d’Alba, das dürfte nicht zu erwandern sein und ich wollte mich gleich dem nächsten Barolo widmen, was soll ich sagen, ich bin bei dem Wein hängen geblieben und habe ihn auch beim nächsten Besuch der Osteria bestellt, ich hatte heftige Tannine erwartet, aber der Wein war schon gut antrinkbar und zum fleischlastigen Essen eine Wucht!

Barolo Marenca 2021, Azienda Agricola Luigi Pira, Serralunga d’Alba
Im Glas mit transparentem Rubinrot, benötigt derzeit noch viel Luft, dann immer stärker werdende Nase, Rose, Pilze, Leder, Kräuter und fein hinterlegt Kirsche und Lakritz, mittelschwerer Körper, Eleganz und vibrierende Spannung durch feine Säure, im Mund geschliffene aber noch längst nicht ausgereifte Tannine, fein hinterlegte Fruchtnote, feurig langer Abgang mit etwas zu viel Alkohol, der Wein benötigt einfach noch Zeit zur weiteren Harmonisierung. Oder man kombiniert sofort Essen wie Wild, Kalbsbraten oder Pilze wie im Restaurant More und Macine, dann passte er jetzt schon super, ich bin ein großer Fan und plane mal wieder Einlagerung. Allerdings auch kein Schnäppchen!
Gianpaolo Pira führt das 9 Hektar große und schöne Familienweingut bei Serralunga d’Alba mit seiner Frau Tiziana und den Töchtern Annalisa und Elena mit sicherer Hand und Fingerspitzengefühl durch die Herausforderungen der verschiedenen Jahrgänge. Es werden selten jährlich über 50 000 Flaschen produziert, davon entfallen immer ca. 15000 Flaschen auf die Barolo-Flagschiffe. Diese werden von Trauben aus ausgezeichneten und steilen Südlagen mit besonderen Kalkböden produziert, Luigi Pira legte dafür in den 1950er Jahren den Grundstein.

Rocche dell’Annunziata, oben rechts La Morra
Jetzt war ich nicht mehr zu halten, an einem anderen Tag ging es steil den Berg runter, MGA Boiolo, MGA Torriglione und durch die MGA „Rocche dell’Annunziata“ zur Osteria Veglio nach Annunziata. Timing stimmte, ich bekam einen schönen, schattigen und reservierten Tisch auf der Terrasse und bestellte trotz der Hitze Barolo. Eine Flasche Barolo dell’Annunziata 2021 vom Weingut Trediberri zum 4 Gänge Degustationsmenü.

Osteria Veglio, Annunziata
Ich konnte mich beim Essen herrlich entspannen und in den Pausen einiges über Annunziata lesen. Annunziata ist wohl die Keimzelle, von der später dann das höher gelegene La Morra besiedelt wurde. Schon immer mit tollen Einzellagen gesegnet, machte sich ein gewisser Renato Ratti (hier auch schon im blog einen Barolo Marcenasco von ihm vorgestellt) in den 70er Jahren nach einem Besuch im Burgund seine Gedanken zur Lagenklassifizierung. War es im Barolo-Gebiet große Tradition Trauben aus drei Lagen zu cuvéetieren und dann als Barolo zu verkaufen, wurden im Burgund konsequent Lagenweine hergestellt. Bestimmte Lagen kamen zu Weltruhm und Burgunder ließen sich zu astronomischen Preisen verkaufen. Ratti machte sich an eine Lagenklassifizierung im Barolo und veröffentlichte 1976 eine erste Karte mit besonders guten Lagen (von denen zufällig auch einige in seinem Besitz waren!) und legte den Grundstein für die spätere MGA-Regelung. Neben Rocche dell’Annunziata wurden hier auch Brunate, Cerequio, Cannubi, Villero und Monprivato genannt. Das brachte mich auf eine ganz besondere Idee, Essen und Wein in der Osteria übrigens fantastisch, es wurde sogar aufgepasst, dass der Wein nicht zu warm werden konnte, tolle Osteria Veglio!

Barolo Rocche dell’Annunziata 2021, Società Agricola Trediberri di Nicola Oberto, Borgata Torriglione, La Morra
Transparentes Rubinrot im Glas, in der Nase Rose, Veilchen, Lakritz, Leder und erdige Töne, dazu auch etwas stechender Klebstoff, benötigt zur Zeit noch sehr viel Luft, dann aber schon erstaunlich rund, kraftvoll und elegant zugleich, dazu aber sehr viel Säure. Langer Abgang mit einem Tick zu viel Alkohol. Jahrgang 2021 hat allergrößte Anlagen, gehört aber weggelegt, hier muss vieles noch ineinandergreifen. Wer nicht warten kann, kombiniere mit Fleischgerichten (Wild) oder Risotto mit Pilzen.
Nicola und Steffania Oberto, eigentlich im Investmentbanking in London tätig, bekamen irgendwann Nachricht von Nicolas Vater Frederico aus dem Weiler Torriglione unterhalb von La Morra. Dieser hatte bis 2005 beim Weingut Renato Ratti als Kellermeister gearbeitet, an das er auch die Trauben aus seinem 1,3 Hektar Besitz der berühmten Lage Rocche dell’Annunziata ablieferte. Der Vater musste nun eine schwere Entscheidung treffen, Ende der langen Familientradition im Weinbau und Verkauf der Weinbergsflächen? Zum Glück waren gerade Nicola und Steffania in einer beruflichen Sinnkrise und Nicola erinnerte sich an einen Banker-Kollegen mit Weinbau-Hintergrund im Piemont, Vladimiro Rambaldi. Dieser ließ seine guten Kontakte spielen und man kam zu einer eleganten Lösung. Man investierte zusammen in den Kauf von 5 Hektar Weinberge im hochgelegenen Dorf Berri und gründete zusammen mit Vater Frederico 2012 das Weingut Societá Agricole Trediberri, die „Drei von Berri“. 2015 erfolgte schon die Bio-Zertifizierung und man machte mit ersten Cool Climate-Weinen aus Berri aber auch mit Barolos aus der Prunklage Rocche dell’Annunziata auf sich aufmerksam. Vater und Sohn als großartiges Team!
Das Piemont wird übrigens sehr von Schweizern geliebt und besucht, mein Glück, dass ich von einem Schweizer Ehepaar im Auto den Berg hoch über Serpentinen nach La Morra mitgenommen wurde. Noch mal tausend Dank vom Weinschank!

Cappella delle Brunate
Ich hatte mir überlegt, eine größere Abschlussrunde zu drehen und mir noch mal möglichst viele der von Ratti erwähnten Einzellagen anzusehen, die bisherigen Wanderungen hatten mich sehr neugierig gemacht und eine gewisse Strecke konnte man trotz Hitze erwandern. Erster Stopp war die Kapelle an der MGA Brunate.

Terrasse vom Panorama-Restaurant Le Brunate.
Wunderschöner Ort, die drei berühmten MGA (Einzellagen) Brunate, Cerequio und Cannubi mit Restaurants und ebenfalls sehr beliebt bei Schweizern, ich musste ein Stück zurück und wieder hoch, um dann über den Weiler Cerequio steil ins Tal abzusteigen. Ich querte eine stark befahrene Verbindungsstraße und erklomm den nächsten Hang, es ging jetzt in Wellen auf der anderen Seite der Straße wieder aufwärts. Ich hatte wohl den Grund des Kessels durchwandert. Von der Terrasse der Locanda in Cannubi ein Blick zurück.

Blick von der MGA Cannubi auf MGA Cerequio, rechts vom neubepflanzten Teil Brunate und noch weiter oben rechts La Morra.
Die Krönung sollte jetzt eine berühmte MGA bei Castiglione Falletto werden, das Örtchen durch ein eingerüstetes Türmchen schon von weiten als Landmarke sichtbar, aber nicht so einfach, den direkten Weg zu finden, so ging es an zwei berühmten Weingütern (Sandrone und Sordo) im Bogen vorbei und dann steil nach oben. Und dann stand ich auf einem leeren und schattigen Wohnmobil-Stellplatz mit Wasser aus einem Brunnen für die heißgewordene Birne und hatte Traumblick auf eine geheimnisvolle und berühmte Lage: Monprivato!

MGA Monprivato
Auf den ersten Blick konnte ich allerdings das Geheimnis der Superlage Monprivato nicht erkennen, dann entdeckte ich auch noch das Schild der Castiglione Falletto-Genossenschaft „Terre di Barolo“ für den oben im Bild vorderen Bereich rechts. Nach Recherche stellte sich aber heraus, dass dieser Teil nicht zu Monprivato gehört. Die ca. 7 Hektar Monprivato sind seit 1904 fast vollständig im Besitz der Familie Mascarello aus dem entfernten Monchiero, eine Parzelle im unteren Bereich wurde an das schon erwähnte Weingut Sordo verpachtet.

MGA Monprivato unterhalb Castiglione Falletto.
Das 1881 gegründete Weingut um Giuseppe Mascarello traf mit dem Kauf der Einzellage eine strategische Meisterleistung, die Lage war schon immer berühmt für ihre kalkhaltigen Böden mit blauem Mergel und hohem Kreideanteil, einer perfekten südwestlichen Ausrichtung auf 240 bis 320 Meter, die für perfekte Sonneneinstrahlung, gute Belüftung, thermische Luftzirkulation und schnelles Abtrocknen der Trauben sorgt. Die kühlen Temperaturen in den Nächten sichern die Frische durch Erhalt von Säure. Bei den häufig auftretenden Herbstnebeln, die vom Fluss Tanaro in den Kessel wabern, ragt Monprivato majestätisch aus den Nebelbänken heraus. 1921 begann man, die Lage systematisch mit dem hochwertigen Nebbiolo-Klon Michet zu bepflanzen, um die Besonderheit des Terroirs weiter zu betonen. Im Keller setzt man als Traditionalist auf Zurückhaltung und arbeitet mit großen slawonischen 6500-Liter Fässern. Erst 1970 begann man mit dem Erstjahrgang Barolo Monprivato und einer Riserva Ca‘ di Morissio aus dem Herzstück das volle Potential unter Mauro Mascarello zu heben, begünstigt wurde man von den neuen gesetzlichen MGA-Bestimmungen. Der Erfolg setzte sofort ein und man konnte zwischen 1985 und 1990 den Zukauf fehlender Restparzellen realisieren, die Weine sind weltweit extrem begehrt, die Preissprünge nach oben heftig.

MGA Monprivato
Machte mir auf meinen schattigen Aussichtsplatz schon so meine Gedanken, wie ich in Deutschland an die Flaschen kommen sollte, aber erstaunlicherweise konnte ich alle benötigten Barolos bei einem Weinhändler in Siegen erwerben, Luigi Pira und Trediberri als schon probierte 2021er, also dann auch noch zwei Flaschen Monprivato. Mit 2018 nicht mein Traumjahrgang, dafür auch noch nicht ganz die Horrorpreise, von denen ich an anderer Stelle im blog ja schon berichtet hatte!

Barolo Monprivato 2018, Giuseppe Mascarello, Monchiero, Cuneo, Piemont
Transparentes Rubinrot mit schmalen aber deutlich bräunlichen Rändern, in der Nase Rose, Sandelholz, Leder, Kräuter und Waldboden, im Mund sehr elegant, mittlerer Körper, frisch, überraschend zugänglich und trinkanimierend, samtige Tannine, langer Abgang mit feiner Würze und Mineralik. Der berühmte Barolo wohl 2018 überraschend anders und fein ausgefallen, mir gefällt es ja, könnte mir den Rotwein sehr gut zu rosa gebratenem Fleisch, Kaninchenragout oder auch Pilzen vorstellen. Aber nach fast 10 Jahren unabhängiger bloggerei muss ich mich zur Preisgestaltung äußern, das bin ich meinen wenigen Lesern einfach schuldig! Mit über 200 Euro die Flasche ist der Barolo Monprivato Jahrgang 2018 maßlos überteuert, er passt sehr gut nach Sylt oder Düsseldorf-Oberkassel, aber meiner Meinung hätte er bei jeder Blindprobe Schwierigkeiten, sich gegen Weine mit ähnlich feinem Stil aus Barbaresco, der Valtellina oder auch vom Ätna (Nerello Mascalese) im 35 Euro-Bereich durchzusetzen. Tut mir auch leid und weh, liebe den Stil des Weingutes ja und habe mich auch wirklich gequält, um die Einzellage per pedes zu erreichen. Habe noch eine zweite Flasche Monprivato 2018, die ich bei einer Blindprobe mit Preisschätzung einsetzen werde, ich vermute aber, es wird so laufen wie bei der Riesling Scharzhofberg Auslese 2018 (!) von Egon Müller von der Saar, die wurde auch von Semi-Profis auf 35 Euro geschätzt und kostete dann tatsächlich 180 Euro (0,375 Liter)! Die Kurven Preis und (subjektiv) wahrgenommene Qualität laufen durch geschicktes Marketing und Legendenbildung irgendwann extrem auseinander, da muss man nicht mitmachen, es gibt genug Alternativen! Natürlich soll auch jeder aus Neugier diesen Wein aus der besonderen Lage probieren…

Aussichtspunkt La Morra
Ein Paradies für Weintrinker, in La Morra und Umgebung werden kompakt alle kulinarischen und vinophilen Wünsche erfüllt, beim nächsten Mal werde ich aber trotzdem motorisiert sein, um meinen Radius zu erweitern, ich hatte mal wieder das ungute Gefühl, sehr viel nicht gesehen zu haben. Dafür hatte ich noch zwei schwere letzte Gänge vor mir, von der aufgewirbelten Luxury Langhe Loft Klimaanlagen-Luft hatte ich mir eine schlimme Bindehautentzündung geholt und lag mit starken Kopfschmerzen und einem Dötschauge einen halben Tag abgedunkelt danieder. In der Apotheke wollte man mir helfen, durfte aber die Tropfen und Salben ohne Rezept nicht raus geben und schickte mich ins Ferrero-Krankenhaus nach Verduno, etwa 5 km durch die Sahara. Eine unvergessliche Wanderung, wie als Zombie auf dem Jakobsweg, extrem lichtempfindlich, aber dafür keine Schmerzen mehr am linken Bein. Die letzte Herausforderung nahm ich dankend und zäh an, bis mir die junge Augenärztin eröffnete, dass ich zur Kontrolle noch mal wiederkommen sollte, wenn etwas bei mir schief läuft, dann immer richtig! Hab aber alles schadlos überstanden (sogar die feuchte Rückreise nach Deutschland) und werde die fantastische Gegend hoffentlich bald wieder besuchen!

Innenhof Ferrero-Krankenhaus Verduno: Italien will unbedingt wieder zur WM!
Diese ganze Hitze-Geschichte bleibt leider nie folgenlos für den Weinbau, irgendwann nach meiner Abreise hat sich ein heftiges Hagel-Unwetter über der Langhe entladen und große Zerstörung angerichtet. Ich hoffe, die Winzer können den Rest vom Jahrgang 2026 noch irgendwie retten. Wieder ein bedrohtes Weinparadies!

Abbruchkante am Fluss Tanaro bei Alba und ein Blick auf die einzigartige Bodenbeschaffenheit.