
Schon längst wieder open! Und wie!
Es ist mir noch nie so schwer gefallen, einen angemessenen Einstieg in den neuen blog-Beitrag zu finden. Die Bilder der Katastrophe von 2021 spuken mir noch im Kopf rum, aber die Menschen an der Ahr benötigen Zuversicht und den Blick nach vorn. Fahrt unbedingt hin, es lohnt sich sehr, und Ihr könnt ein wenig dazu beitragen, die Schatten der Vergangenheit zu verscheuchen. Überall spürt man den Mut zum Wiederaufbau oder Neuaufbau und den eisernen Durchhaltewillen. Das Ahrtal muss weiterhin unterstützt werden, am besten mit Eurem Besuch!

Die Ahr, harmloses Flüsschen?

Ahrmündung bei Sinzig/Remagen.
Wir standen auf einer Behelfsbrücke an der Ahrmündung zwischen Remagen und Sinzig und blickten auf das kleine Flüsschen, das sich mäandrierend in den Rhein ergoss. Ich musste an die Bekannten denken, die es kurz nach der Katastrophe nicht nur bei Geldspenden und warmen Worten bei Instagram beließen, sondern sofort aufbrachen und selbst Hand mit anlegten. Am mutigsten erschien mir mein Bergbau-Umschulungskollege Ralle Stein, durch die harte „Unter Tage-Welt“ geprägt. Er zeltete irgendwo oberhalb von Dernau und stieg jeden Morgen in das Schlamm-Chaos hinab, um zu schuften und zu helfen. Großes Lob auch an meinen Ex-Blindverkostungskollegen Frank Blu., der zu seinem Exarbeitgeber, dem Weingut Kreuzberg, in Dernau zurückkehrte und tagelang Flaschen wusch und vom Schlamm befreite. Ich schreckte aus meinen Gedanken auf, wir wollten weiter zum Hotel nach Ahrweiler, und ich blickte noch mal auf die provisorische Brücke an der Mündung, die Wassermassen hatte die eigentliche Brücke einfach weggerissen. Später sollte sich noch bewahrheiten, dass die Flutwelle alle Brücken am Fluss und sogar die Bahnlinie komplett zerstört hatte. Unfassbar!

Ahrweiler

Super location, schwieriger Name: Boutique-Hotel Burg Adenbach und alter Weinbau.
Einfahrt nach Ahrweiler, komplett von einer Stadtmauer und vier Türmen umgeben, im Hintergrund die steilen Weinberge, richtige Postkartenidylle. Super freundlicher Empfang im Boutique Hotel Burg Adenbach, erst 2023 eröffnet, wir wohnten in der historischen Burg und „pendelten“ morgens immer in das völlig neu errichtete Haupthaus (rechts hinten im Bild). Tolle Wohlfühlatmosphäre in einer gelungen Mischung zwischen alt und modern, für mich die absolute Hauptattraktion der „Weinkühlschrank des Vertrauens“, doch dazu später mehr.

Frühstück im neuen Gebäude der Burg Adenbach.
Fahrt mit dem Zug auf der wiedereröffneten Bahnlinie von Ahrweiler nach Heimersheim/Lohrsdorf. Auf der Wanderung vom Bahnhof Richtung Heimersheim kamen wir auch am im blog schon erwähnten Weingut Burggarten vorbei, an der Ahr ergeben sich für Weinfreunde in jedem Örtchen große Möglichkeiten. Es ging zum 2 Sterne-Lokal Steinheuers Restaurant, allerdings kehrten wir im „normalen“ Steinheuers Landgasthaus Poststuben ein, das hatte ich mir so zum Geburtstag gewünscht, die Weinauswahl wohl zum Sternelokal identisch, das Essen weniger französisch, dafür klassisch und regional. Der Plan schien aufzugehen, jetzt musste ich nur noch einen Wein aus der dicken Weinkarte finden, immer wieder eine Herausforderung, man verzettelt sich schnell und bringt den ganzen Zeitablauf durcheinander, wenn man keine Auswahlkriterien im Kopf und sich nicht abgesprochen hat. Also erst auswählen und bestellen, dann bei Ahr-Sekt genüsslich in der Weinkarte blättern. Durch Geburtstag hatte ich freie Wahl, Rotwein, einzige Lage, die wir bisher gesehen hatten , war das Ahrweiler Rosenthal steil über unserem Ort, gereift sollte der Wein sein. Ein georderter Spätburgunder von Lukas Sermann ausverkauft, dann Erfolg: 2016er Spätburgunder Ahrweiler Rosenthal vom Weingut Paul Schumacher, man war gespannt!

Spätburgunder 2016er Jahrgang Geburtstagswein: Weingut Paul Schumacher hat auch Besitz im Ahrweiler Rosenthal, so lernt man sich kennen!
Klares Rubinrot, interessante Nase nach Kirsche, Kräutern, Pfeffer, roten Beeren und etwas Holz, am Gaumen knochentrocken, knorrig und edel, reiner Essensbegleiter, elegant und eigenständig, tiefgründig und anders, langer Abgang mit mineralischer Note. Wir hatten Fleisch mit dunkler Sauce als Hauptgang (das kommt bei uns übrigens nicht so oft vor!), war aber hier die absolut richtige Wahl!, schöne Geburtstagsüberraschung und toller Start.
Ich habe es geahnt, dass 2006 von Paul Schumacher übernommene Weingut in Marienthal direkt an der Ahr wurde bei der Flutkatastrophe 2021 total zerstört, die Familie konnte sich gerade noch aufs Dach retten. Wie grauselig, aber auch hier im blog lieber nach vorne schauen: mittlerweile hat man einen Neuanfang gewagt und sich hoch über der Ahr einen neuen Standort aufgebaut. Man verfügt Anteile an berühmten Lagen mit Schiefer und Grauwacke und ein Großteil der Reben ist zwischen 40 und 75 Jahre alt. Den kleinen 5 Hektar Rebflächen-Besitz sieht man weiterhin als große Chance, mit naturnahen Anbau und gesunden Böden auf der Qualitätsschiene durchzustarten. Zwischen Juli und Oktober öffnet man eine schöne Wiesenwirtschaft in der Nähe des neuen Weingutes.

Naschen am Kühlschrank des Vertrauens: Frühburgunder B 2021 vom Weingut Peter Kriechel in Walporzheim.
Leider bei der Rückfahrt mit Taxi vom Restaurant am falschen Stadtturm in Ahrweiler ausgestiegen und gestaunt, plötzlich war das Hotel nicht mehr zu finden und es fing an zu regnen. Wir waren auf der falschen Seite des Städtchens und wurden nass, so konnte man den Jubeltag nicht ausklingen lassen. Im Hotel bedienten wir uns am schon erwähnten Kühlschrank des Vertrauens und entschieden uns noch für eine wärmende Flasche Frühburgunder B 2021 vom Weingut Peter Kriechel aus Walporzheim. 1952 vom Senior Peter Kriechel mit 1,5 Hektar gegründet, steht das Weingut zwei Generationen später mit einem Umzug von Marienthal nach Walporzheim und 27 Hektar Rebfläche glänzend da und besitzt 4 Hektar mit den seltenen Frühburgunder-Reben. Auch 2021 stark von der Sturzflut getroffen, hat man in einen hochwassergeschützten Neuaufbau investiert.
Leuchtendes Rubinrot, in der Nase Kirsche, rote Beeren, Zimt und Vanille, das „B“ steht übrigens für Barriquefass, es wurde aber sehr zurückhaltend und sorgfältig eingesetzt, keine Übertreibungen festzustellen, am Gaumen kräftig und trotzdem elegant, viel Kirsche, etwas Vanille, feine Mineralnoten im langen Abgang, weiterer Essensbegleiter-Wein, wir hatten aber nur noch Nüsse, trotzdem toller Wein!

Wandertour durch das Ahrweiler Rosenthal.

Tunneleingang im Wald über Ahrweiler.
Schöne erste Wandertour, steile Hänge, schöne Ausblicke, eigentlich ist man nicht weit von zuhause weg, aber trotzdem wirkt schon alles so anders und besonders. Man kam richtig in Urlaubsstimmung und abends sollte es nun auch in den Eifelstuben in Ahrweiler mit dem Lukas Sermann-Wein klappen. Nette junge Leute im Service und Küche und dann der große Moment, Blick in die ausgezeichnete Weinkarte: haben sie Wein von Lukas Sermann aus dem Rosenthal? Der Service bejahte und verschwand im Keller und kam mit einer Flasche zurück und entschuldigte sich, er hätte statt Spätburgunder „nur“ noch den Portugieser 2022 aus dem Rosenthal gefunden. Der Weinschank wäre vor Freude fast ausgeflippt und musste an seinen Portugieser-Artikel denken, damals kam er einfach nicht an den Wein heran, super kleine Auflage (ca. 300 Flaschen), was für ein Glück in den Eifelstuben! Der Service war überrascht, dass die „falsche“ Flasche so einen Jubelsturm auslöste, ich wollte erst von meinem blog und der großen Portugieser-Probe erzählen, hielt dann aber doch die Klappe, ich hoffe immer, dass interessierte Weinfans auch ohne nervige Visitenkarten-Überreichung meinen blog finden.

Portugieser 2022 Ahrweiler Rosenthal, Weingut Sermann, Altenahr
Rubinrote Farbe, in der Nase Pflaume, Johannisbeere, Kräuter und Erdigkeit, im Mund sehr weich und rund, leichte Seidigkeit trifft auf frische und tiefgründige Dichte und feine Mineralität im Abgang, sensationell, was Topwinzer aus dieser Rebsorte machen können, uralte Reben (über 100 Jahre), erinnert an den schon vorgestellten Portugieser von Andreas Durst, auch ein masterpiece, großes Lob an Lukas Sermann und der sofortige Entschluss, wir fahren mit dem Zug zu seinem Bistro-Restaurant Thüres in Altenahr.

Regentag in Altenahr.
Eine Fahrt mit dem Zug auf der wiedereröffneten Strecke Richtung Altenahr lohnt sich, überall kleine Terrassen an steilen Schieferhängen, spektakulärer Weinbau in einer schönen Landschaft. Leider hatten wir den einzigen richtigen Regentag erwischt, aber wir wollten ja auch hauptsächlich ins Restaurant Thüres von Winzer Lukas Sermann. Altenahr wurde sehr schlimm von der Sturzwelle erwischt, man sieht immer noch Schäden im Ortsbild. Auch das Weingut Sermann wurde stark zerstört, mit viel Glück blieb die Familie unversehrt. Und zum weiteren Glück haben wir hier nicht nur einen genialen Weinmacher, sondern auch einen großen Kämpfer, der sofort wieder an Wiederaufbau dachte und trotz des verlorenen Jahrgangs 2020 neue Jahrgänge herbeisehnte. Das Thüres wurde relativ schnell eröffnet, es gefiel uns sehr gut und ist eine tolle Anlaufstelle für Weinfreunde.

Das Thüres.

Gut bestückt und gemütlich!
Natürlich konnte man viele Weine glasweise verkosten und später auch kaufen, es gab schöne weinbegleitende Gerichte, einen freundlichen Service und irgendwann schaute der Meister dann auch mal selber vorbei, natürlich musste ich seinen Portugieser 2022 loben! Kann das Thüres in Altenahr ebenfalls nur loben, besucht es im Rahmen eines Ahrbesuchs. Und nun noch meine Favoritenweine neben dem sensationellen Portugieser von Lukas Sermann.

Sermann-Weine im Test!
Der Frühburgunder Alte Reben 2022 kommt transparent und leuchtend mit einem tollen Ziegelrot ins Glas, in der Nase Kirsche, rote Beeren, etwas Leder und Rauch, im Mund samtig weich und voll, Schmelz und Süffigkeit, Eleganz, gut eingebundene feine Säure, langer Abgang mit feinwürziger und erdiger Note. Beste Anlagen, Essensbegleiter, benötigt noch etwas Zeit zur weiteren Entwicklung. Sehr guter Wein!
Der Spätburgunder Schieferlay Ritter 2022 dunkel rubinrot im Glas, in der Nase Süßkirsche, dunkle Beeren, Hagebutte, Schieferwürze und etwas Rauch, im Mund Beerennote, Kirsche und pfeffrig, dicht und voll, aber auch durch die feine Säure schlank und fein, dazu sehr süffig und langer Abgang mit mineralischer Note, zur Zeit mein Favorit der 3er-Serie!
Der Spätburgunder Pfarrwingert 2023 mit tief rubinroter Farbe, in der Nase dunkle Beeren, Kirsche, Holunder, florale Noten und feines Holz, im Mund wieder Beeren, elegant und saftig, feine Säure und schöne Kühle, langer Abgang mit Würznote. Die Jugend des Weines verdeckt noch die Seidigkeit, aber große Anlagen!, gehört noch in den Keller.
Richtig großartige Weine!

Start neue Wandertour oberhalb von Ahrweiler, Besitz Jean Stodden.
Zwei Orientierungsläufe mussten in der restlichen knappen Zeit noch gemacht werden, zuerst wollten wir von Ahrweiler bis nach Dernau wandern. Die Lage Silberberg schließt an das Rosenthal in Richtung Dernau flussaufwärts an. Neben dem schon vorgestellten Weingut Paul Schumacher hat hier auch das Weingut Jean Stodden Besitz.

Spätburgunder J 2023, Weingut Jean Stodden, Rech
Dunkles Rubinrot mit transparenten Rändern, in der Nase rote Beeren, Kirsche und etwas Pfeffer, im Mund tolle Frucht, saftige Würze und dezentes Tannin. Schön langer Abgang mit einer Mineralnote. Fand ich sehr klassisch und elegant! Der Wein ist eine Cuvée aus drei unterschiedlichen Spätburgunder-Lagen aus Ahrweiler, Dernau und Rech.
Die Familie Stodden hat Weinbau-Wurzeln, die bis 1578 zurückreichen. Das VDP-Rotweingut Jean Stodden in Rech führt Alexander Stodden mittlerweile in 5. Generation und hat sich weiterhin dem Steil- und Steilstlagenweinbau verschrieben. Es werden 9 Hektar bewirtschaftet, als VDP-Weingut greift die VDP-Qualitätspyramide, so hat man z.B. Anteile an der VDP.Grosse Lage (Ahrweiler) Rosenthal oder der VDP.Erste Lage (Dernauer) Hardtberg. Nach dem Einstiegstest bin ich sehr auf die Vinothek gespannt.

Spätburgunder Ahrweiler Silberberg 2020, Weingut Paul Schumacher, Marienthal
Transparentes Rubinrot, in der Nase Johannisbeere, Holunder, Graphit und ein Hauch Bienenwachs, im Mund Würze und Herbe, die mit feiner Beerenfrucht, frischer Säure und Mineralik begleitet werden. Schöne Tiefe und voller Spannung, dazu langer schmelziger Abgang. Sehr schöner Wein!

Besitz Weingut Max Schell in der Lage Silberberg.

Spätburgunder Grand Max 2022, Weingut Max Schell, Rech
Das Weingut Max Schell aus Rech ist mit ca. 2 Hektar Rebfläche eines der kleinsten Haupterwerbsgüter an der Ahr. Gegründet von Max Schell, führte Schwiegersohn Bernhard Schulze-Icking das Weingut nach Heirat mit Beate, der Tochter von Max Schell, weiter. Mittlerweile sind als dritte Generation Wolfgang Schulze-Icking, ausgebildeter Winzermeister, und seine Frau Katharina, Hotelfachfrau im Hotel Hohenzollern, die Eigentümer. Man besitzt kleine Anteile von großen Lagen.
Der Spätburgunder Grand Max kommt aus dem Ahrweiler Rosenthal und wird nur in den verheißungsvollsten Jahrgängen produziert. 2022 rubinrot mit transparenten Rändern im Glas, in der Nase Kirsche, dunkle Beeren, Thymian, Pfeffer, Rauch und ein Hauch Schokolade, im Mund kirschfruchtig und Lorbeer, elegant samtig, fein eingebundene Säure und Holz, weicher süßfruchtiger langer Nachhall. Toller Wein!

Erst noch breiter und bequemer Weg…

dann steiles Stück…
An Walporzheim mit berühmten Lagen vorbei ging es über ein sehr steiles Stück über einen Bergpfad nach oben. Nach dem Durchqueren eines Waldes öffnete sich ein schönes Seitental und man stieß auf Weinflächen des Weingutes Kriechel und Hinweise auf das Weingut Paul Schumacher. Irgendwann erreichten wir das Kloster Marienthal, um Pause zu machen.

Besitz Weingut Kriechel im Marienthaler Rosenberg.

Kloster Marienthal und hinten rechts der Marienthaler Trotzenberg
Der Wanderweg führte dann weiter nach Dernau.

Blick auf Dernau.

Frühburgunder Pfarrwingert 2023, die Jungwinzer- the next generation, Bad Neuenahr-Ahrweiler
Ein Frühburgunder 2023 von über 30 Jahre alten Rebstöcken aus dem Dernauer Pfarrwingert von „Die Jungwinzer- the next generation“ im Naturwein-Style. Rubinrot im Glas, in der Nase Kirsche, rote Beeren und Gewürze, im Mund viel Sauerkirsche, frische Säure, kühl und fein, langer Abgang mit Mineralnote. Naturwein-Fans unbedingt probieren!
2013 gründeten Niklas Körtgen (aus Winzerfamilie in Ahrweiler), Alexander Eller und Felix Brüggert mit 700m2 Rebfläche ihr eigenes Weingut „Die Jungwinzer – the next generation“ und produzierten im Erstjahrgang 500 Flaschen. Die Freunde, die zusammen den theoretischen Teil der Winzerausbildung absolvierten, interpretieren den Weinbau an der Ahr mit neuen und frischen Ideen und konnten sich mittlerweile auf eine Rebfläche von 10 000m2 vergrößern und ca. 8000 Flaschen abfüllen.

Spätburgunder 2023 Dernauer Hardtberg, Weingut Erwin Riske, Dernau
Angrenzend die Lage Dernauer Hardtberg, an der das Weingut Erwin Riske Besitz hat. Seit 2016 ist Jan Riske der Macher im elterlichen Familienbetrieb mit mehr als 5 Hektar Steillagenbesitz in und um Dernau. Jan profitiert von einer Winzerlehre beim Weingut Jean Stodden, einem Praktikum in Neuseeland und einem Studium in Geisenheim. Unterstützt wird er bei der Weinbereitung von seinem erfahrenen Vater Volker und teilweise langjährigen Mitarbeitern, Partnerin Katharina und die restliche Familie halten ihm zusätzlich den Rücken frei. Nach der Flutkatastrophe 2021 musste viel in die Restaurierung der Kellerei, der Maschinen und Geräte investiert werden. Zum Betrieb gehört auch eine saisonal geöffnete und sehr schöne Straußenwirtschaft.
Der 2023er Wein kommt transparent und hell rubinrot ins Glas, benötigt viel Luft, dann tolle Nase nach Rose, Kirsche, Kaffee, Graphit und einer gewissen Erdigkeit, im Mund sehr kühl und schlank, Johannisbeere und Schokolade, mineralisch, herausfordernde Säure, langer würziger Abgang mit etwas Schärfe. Benötigt ebenfalls noch etwas Zeit zur Harmonisierung, hat wunderbare Anlagen und wird ein ganz großer Wein!

Spaziergang von Ahrweiler nach Bad Neuenahr.
Schöner, aber auch nachdenklich machender Spaziergang von Ahrweiler direkt an der Ahr entlang bis nach Bad Neuenahr. Start am Friedhof von Ahrweiler mit Gedenken an die vielen Toten, heute erinnern nur noch die vielen Behelfsbrücken an die Jahrhundert-Katastrophe. Drei namhafte Ingenieursbüros haben wohl jahrelang an einem Hochwasserschutz-Konzept an der Ahr gearbeitet, allerdings wird man auch zukünftig so eine Jahrhundertwelle (mit 8 Metern) nicht aufhalten oder katastrophale Schäden verhindern können. Und der fortschreitende Klimawandel sorgt für eine immer höhere Taktzahl von Extremwettern, Überflutungen werden immer häufiger vorkommen, Versicherungen werden sich aus dem Thema immer weiter verabschieden. Für das Ahrtal (aber auch viele andere Gegenden, selbst Münster hatte 2014 schon seine Sintflut mit zwei Toten!) wird es weiter gefährlich bleiben, man benötigt viel Glück und ein perfekt funktionierendes Frühwarnsystem. Zum Glück haben die Menschen weiterhin ihren Optimismus behalten und es wurde schon viel beim Wiederaufbau geschafft!

Ziel Kurhaus Bad Neuenahr.
Auch Bad Neuenahr hat uns sehr gut gefallen, viel Grün, schöne Cafes und ein beeindruckender Weinladen, Danko – der Ahrweinshop, hier deckte ich mich für die heimatlichen Proben ein und ich wurde nicht enttäuscht, im Gegenteil, es gab überhaupt keinen Ausfall bei den gekauften Flaschen, das erlebt man auch nicht alle Tage. Uns hat es ausgesprochen gut gefallen,wir planen 2027 schon unsere nächste Ahr-Reise, es gibt weiterhin viel zu entdecken und wir haben einen erfolgreichen ersten Schritt gemacht.